Malvoisie

Malvoisie – die graue Walliser Eminenz

Erst einmal sorgt die Rebsorte Malvoisie für Verwirrung. Der Name stammt ab von «Malvasia», der italienischen Bezeichnung für süsse Rebsorten. Malvoisie wird für viele Sorten synonym gebraucht – das je nach Region. Etwa Pinot Gris (Grauburgunder) im Wallis, im Aostatal und im Tal der Loire, Vermentino in Korsika, Traminer im Südtirol. Wohl keine Rebsorten-Bezeichnung verursacht mehr Konfusion als Malvoisie. Und das will was heissen, denn kaum eine Sorte hat nur einen Namen.

Malvoisie – für Weinkenner Pflicht

Der Malvoisie entspricht mit seinem zurückhaltenden Charakter kaum dem Zeitgeist. Doch um den Pinot Gris kommt kein Weinkenner herum. Wie sein Name schon andeutet, gehört er zur berühmten Familie der Pinot. Der Grauburgunder, in Deutschland Ruländer, im Elsass nach wie vor Tokay genannt, ist wie der Pinot Blanc eine Mutation des Pinot Noir. Letzterer ist ein kapriziöser Geselle und neigt dazu, sich zu verändern. So kann es vorkommen, dass in einem mit Blauburgunder bestockten Rebberg plötzlich einzelne Pinot Gris-Pflanzen stehen. Die Blätter des Pinot Gris sehen denen des Pinot Noir zum Verwechseln ähnlich, die Beeren dagegen sind deutlich heller. 

Malvoisie ­– gehaltvoller Wein

Schwierig zu sagen, ob der Pinot Gris eine sehr helle rote Traube oder eine dunkle weisse Sorte ist. Der frisch gepresste Traubensaft weist oft ein kräftiges Goldgelb, manchmal ein zartes Kupferrot auf. Auch im Glas wird der Pinot Gris nicht so recht fassbar. Er steht sowohl dem unkomplizierten Pinot Grigio aus Norditalien Pate, als auch dem üppigen, körperreichen Elsässer Pinot Gris. Bei strenger Mengenbegrenzung ergibt er auffallend gehaltvolle Weine mit viel Extrakt, würzigen Noten und einer eher tiefen Säure – falls er nicht wie der unkomplizierte und spritzige italienische Pinot Grigio noch fast unreif gelesen wird.

Malvoisie – im Wallis überreif geerntet

Der Name Malvoisie erscheint im Wallis erstmals in einem Rezeptbuch, das zwischen 1671 und 1698 verfasst wurde. 1869 sieht der Schweizer Chemiker Kohler erstmals eine gemeinsame Identität für Walliser Malvoisie und Pinot Gris (Grauburgunder) fest. Pinot Gris ist eine Farbmutation des Pinot Noir, der im Burgund unter dem Namen Fromenteau seit dem Mittelalter bekannt ist. Der eigentliche Name Pinot Gris taucht erstmals 1783 in den Reblagen der Côte d'Or im Burgund.

Malvoisie – im Wallis liebt er es heiss und windig

Der Pinot Gris hat wie der Pinot Noir kompakte Trauben. Er wächst auf heissen und gut belüfteten Hängen des Wallis. Der wunderbare Wein wird meist überreif geerntet, manchmal auch mit Edelfäule. In der Schweiz findet man den Grauburgunder in sämtlichen Weinbauregionen, wobei das Wallis mit 71 Hektaren Rebfläche die Spitze bildet. Spät gelesene und angetrocknete Pinot-Gris-Trauben werden hier vor allem zur Erzeugung hochklassiger Süssweine verwendet.

Malvoisie La Valaisanne – Diegos frühreifer Wein

Angebaut wird der Malvoisie La Valaisanne im Nachbarsort von Salgesch, dem kleinen Städtchen Siders. Erst zum Zeitpunkt der Traubenreife lässt der Malvoisie vom Pinot Noir unterscheiden. Während sich der Pinot Noir blauschwarz verfärbt, wird die Malvoisie-Traube eher grau bis hellrot. Die Verfärbung erklärt auch die Namensgebung. Bei voller Reife erreicht sie eine hellviolette Farbe. Sie zeigt den Zeitpunkt der Ernte an. Die frühreife Sorte, welche meistens im November mit über 120 Oechsle Grad geerntet und traditionell im Stahltank ausgebaut wird. Lagern kann man ihn mindestens fünf Jahre und trinken sollte man ihn wie die meisten Weissweine idealerweise zwischen 8 und 10 Grad.

Malvoisie La Valaisanne – mit verführerischer Süsse

Dank dem hohen Fruchtzuckergehalt verbleibt im Malvoisie nach der alkoholischen Gärung die verführerische Restsüsse. Was zu einem Dessert wie etwa zu einem Früchtetiramisu, reifem und würzigem Käse oder asiatischen Gerichten passt. Der goldgelbe, gehaltvolle Wein mit leichten Mandel- und Honigaromen gewinnt mit den Jahren an Bouquet und wird zu flüssigem Gold.

Malvoisie La Valaisanne – zu Ehren der Damenwelt

Wie bei all unseren Weinen spiegelt sich auch beim Malvoisie La Valaisanne die Geschichte hinter dem Wein auf dem Etikett und speziell im Namen. Der Malvoisie ehrt die Walliser Damen, sein harmonischer Charakter ist bestens mit der auf dem Etikett gezeigten Walliser Tracht zu vergleichen: Eitel, stolz und anspruchsvoll aber mit unvergleichbarem Charme, verführerischer Süsse und stilvoller Frucht. Wie wir so gerne sagen: der Malvoisie ist süss wie die Walliser Frauen. Und so süss wie Diegos Ehefrau Nadia und deren fünf Töchter Vanja, Larissa, Sarah, Anna und Rahel.

Malvoisie La ValaisanneMalvoisie La Valaisanne

Malvoisie La Valaisanne

Der wunderschöne goldgelbe Wein ist gehaltvoll, mit leichten Mandel- und Honigaromen und einer schönen Restsüsse im Abgang. Mit den Jahren gewinnt der Malvoisie an Bouquet und wird dann zu flüssigem Gold. Das passt super zu einem feinen Dessert, zum Beispiel einem Früchtetiramisu, reifem, würzigem Käse oder asiatischen Gerichten.

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Headerbild: © Olivier Maire

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