Brig

Brig – von einem cleveren Kaufmann und einer kulinarisch weltweit berühmten Erfindung

Die grösste Stadt im deutschsprachigen Oberwallis blickt auf keltische Wurzeln zurück. Ihr Name geht auf briga, das keltische Wort für Hügel, Hügelfestung zurück und wurde urkundlich erstmals im Jahr 1251 als Dorfschaft Briga erwähnt.

Die Geschichte von Brig ist eng mit dem Simplon als Handelstor nach Italien verbunden. Während es schon im Mittelalter Säumerpfade über den Simplonpass gab, war es Kaspar Stockalper vom Thurm im 17. Jahrhundert, der die Handelsverbindung vor allem für den Waren- und Personentransport zunächst auf- und dann immer weiter ausbaute. Er wusste sowohl die seinerzeit anhaltende Hochkonjunktur sowie die geopolitische Lage clever zu nutzen und etablierte dank einem Monopol über Lärchenharz, Zunderschwämme und Schnecken (welche vor allem in Frankreich begehrt waren), den Warentransport über den Simplon. Im Jahr 1648 krönte er sein Geschick als Handelskaufmann mit dem Salzmonopol und herrschte schlussendlich über ein Handelsimperium, welches sich von der Adria bis zum Ärmelkanal und von Südspanien bis hoch nach Norddeutschland erstreckte. Dabei genoss er beste Verbindungen in die europäischen Adels- und Königshäuser und wusste diese wiederum geschickt für sich zu nutzen.

Mit dem gleichnamigen Stockalperschloss hat sich der findige Geschäftsmann und Politiker ein architektonisches Denkmal gesetzt, welches sich mit seinen markanten Zwiebeltürmen schon von weitem am Horizont abzeichnet. Es gilt als eines der markantesten weltlichen Barockgebäude der Schweiz und besticht durch seinen Prunk als Sinnbild für den unermesslichen Reichtum des Briger Bürgers, der seinerzeit sechs Fremdsprachen fliessend beherrschte.

Der Schlosshof sowie der Schlosspark sind frei zugänglich und werden bei schönem Wetter rege genutzt. Picknick ist erlaubt, vergessen Sie aber bitte nicht, Ihren Platz so sauber zu verlassen wie Sie ihn vorgefunden haben.

Wer mit dem Zug nach Brig reist, der erblickt vor dem Bahnhofsgebäude stehend die Bahnhofstrasse, ihres Zeichens die Haupteinkaufstrasse der Stadt. In der Altstadt finden sich zahlreiche repräsentative Patrizierhäuser, seit der Corona-Pandemie dürfen die Wirte im autofreien Teil der Innenstadt ihre Terrassen deutlich extensiver nutzen, was zu einem wundervollen italienischen Piazza-Feeling beiträgt. Nördlich der Altstadt von Brig wartet dann eben das berühmte Stockalperschloss darauf entdeckt zu werden.

Wer nach einer ausgiebigen Entdeckungstour auf Schuster’s Rappen durch die malerische Altstadt von Brig eine kulinarische Stärkung braucht, der sollte sich in einem der zahlreichen Restaurants niederlassen, die das Cordon bleu mit dem Echtheitszertifikat CB 1818 auf der Speisekarte führen. Immerhin sind Sie in Brig genau an dem Ort, von dem aus im Jahre 1818 das Cordon bleu seinen Siegeszug um die gesamte Welt antrat. Zu Zeiten der Besetzung durch Napoleon’s Truppen soll es sich zugetragen haben, dass in einem Restaurant statt einer angemeldeten Gruppe Hungriger plötzlich zwei Gruppen bedient werden wollten. Die Köchin hatte aber nur Fleisch für eine Gruppe eingekauft und so machte die findige Frau aus der Not eine Tugend, schnitte das Schweinecarré kurzerhand  im Schmetterlingsschnitt auf und streckte es mit Schinken und Käsescheiben. Die Gäste aber auch der Patron des Restaurants waren so begeistert, dass man der guten Köchin kurzerhand «le Cordon bleu» – eine Auszeichnung für französische Spitzenköche – verleihen wollte. Diese winkte aber dankend ab und schlug stattdessen vor, der Einfachheit halber fortan das Gericht so zu benennen und schon war das Cordon bleu geboren. Diesem Umstand wird auch heute noch in Brig einmal jährlich am Cordon bleu Festival Ende August gedacht. Sie brauchen nicht bis zu diesem Tag warten, sondern können das Original Briger Cordon bleu (oder eine der nicht minder schmackhaften Abwandlungen) das gesamte Jahr über in Brig geniessen.

Wem es nach so viel Abwechslung und körperlicher Betätigung nach Erholung dürstet, dem sei (auf dem Rückweg mit dem Auto) ein Abstecher in die Nachbargemeinde Brigerbad ans Herz gelegt. Wie der Name des Dorfes bereits verrät, findet man hier ein Bad, welches seinem Namen alle Ehre macht. Das grösste Freiluft-Thermalbad Europas lockt im Innen- wie im Aussenbereich mit unterschiedlich temperierten Wasserbecken. Wasserinstallationen wie Schwallduschen und Massagedüsen laden zum Eins werden mit dem feuchten Element ein. Im Aussenbereich hat es ausserdem ein Sprungbecken, ein Olympiabecken sowie einer der längsten Wasserrutschen der Schweiz als auch ein Strudelbecken. Gegen Aufpreis zugänglich ist eine Spa-Landschaft mit verschiedenen Saunen und Dampfbädern.

Anreise

Vom unserem BnB Vino Veritas in Salgesch fahren Sie Richtung Osten nach Susten. Dort folgen Sie der Ausschilderung Richtung Autobahn A9 nach Visp/Brig. Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit kommen Sie in Brig an. Zum Parkieren empfehlen wir Ihnen das Parkhaus Altstadt am Stockalperschloss.

Mit der Bahn, welche regelmässig von Salgesch nach Brig verkehrt, stehen Sie bereits binnen 30 Minuten am nördlichen Beginn der Bahnhofstrasse, über welche Sie in die historische Altstadt von Brig gelangen.

FAQ:

Welches Gericht wurde in Brig erfunden?

Das Cordon bleu wurde im Jahr 1818 in Brig erfunden. Die Köchin musste die vorhandene Menge Fleisch strecken, nachdem sich unerwartet zwei anstelle von nur einer Gruppe zum Essen im Restaurant einfanden.

Wofür ist der Simplonpass bekannt?

Der Simplonpass ist seit jeher eine wichtige Handelsverbindung zwischen der Schweiz und Italien und war zudem entscheidend mitverantwortlich für den Wohlstand und das Ansehen der Gemeinde Brig und deren Bürger. Bereits im Mittelalter führte ein Saumpfad über den Pass, Kaspar Stockalper vom Thurm baute den Handelsweg im 17. Jahrhundert weiter aus. Napoleon liess dann in der Folge eine richtige Strasse als erste künstliche Handelsstrasse in den europäischen Alpen anlegen, welche am 9. Oktober 1806 offiziell eröffnet wurde und der Vorläufer für die heutige Strasse darstellt.

Wie hiess der berühmte Kaufmann aus Brig, und worin begründete sein Erfolg?

Der berühmte Kaufmann aus Brig heisst Kaspar Jodok Stockalper vom Thurm. Er lebte im 17. Jahrhundert und verstand es die geopolitische Lage aber auch die Hochkonjunktur sowie seine hervorragenden Verbindungen in die europäischen Adels- und Königshäuser für sich und den Aufbau seines Handelsimperiums zu nutzen.