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Säureabbau

Der Säureabbau, auch malolaktische Gärung genannt, mildert nach der alkoholischen Gärung die Säure im Wein.
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Diego Mathier

6. Januar 2025 - 7 min Lesezeit

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Darstellung Apfelsäure – chemische Basis des Säureabbaus im Wein

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition & Zeitpunkt: Der Säureabbau (malolaktische Gärung) findet nach der alkoholischen Gärung statt und wandelt scharfe Apfelsäure in weichere Milchsäure um.

  • Beteiligte Bakterien: Hauptsächlich Oenococcus oeni baut Apfelsäure ab und produziert dabei Milchsäure und Kohlendioxid.

  • Auswirkungen auf den Wein: Der Prozess macht den Wein milder und runder im Geschmack, stabilisiert den pH-Wert und schützt vor unerwünschten chemischen Veränderungen während Lagerung und Reifung.

  • Kontrolle & Einschränkungen: Der Säureabbau kann spontan oder gezielt gesteuert werden; bestimmte Weine wie frische Weissweine oder Schaumweine werden meist ohne Säureabbau hergestellt, um ihre lebhafte Säure zu bewahren.

Der Säureabbau bei Wein ist ein natürlicher Prozess, bei dem die scharfe und lebhafte Säure des Weins allmählich abgebaut wird. Dieser Prozess wird auch als biologischer Säureabbau oder malolaktische Gärung bezeichnet und findet nach der alkoholischen Gärung statt.

Die malolaktische Gärung tritt auf, wenn milchsäureabbauende Bakterien, insbesondere die Art Oenococcus oeni, im Wein vorhandene Apfelsäure in weichere Milchsäure umwandeln. Die Bakterien nutzen die Apfelsäure als Energiequelle, und während dieses Stoffwechselprozesses wird Kohlendioxid und Milchsäure produziert.

Der Säureabbau hat mehrere Auswirkungen auf den Wein. Erstens führt er zu einer Verringerung der scharfen Apfelsäure und einer Erhöhung des weicheren Milchsäuregehalts. Dadurch wird der Wein milder und runder im Geschmack, was zu einer angenehmen Geschmacksbalance beiträgt.

Darstellung Apfelsäure – chemische Basis des Säureabbaus im Wein

Zweitens trägt der Säureabbau zur Stabilisierung des Weins bei, da Milchsäure stabiler ist als Apfelsäure und weniger anfällig für unerwünschte chemische Veränderungen ist. Dies ist besonders wichtig bei der Lagerung und Reifung von Weinen, da ein stabiler pH-Wert dazu beiträgt, die Qualität und die sensorischen Eigenschaften des Weins über die Zeit zu erhalten.

Der Säureabbau kann sowohl spontan als auch kontrolliert erfolgen. Bei einigen Weinen erfolgt die malolaktische Gärung von selbst auf natürliche Weise, während bei anderen Weinen gezielte Massnahmen ergriffen werden, um den Säureabbau zu fördern oder zu kontrollieren. Dies kann durch Zugabe von malolaktischen Bakterienkulturen oder durch die Erhöhung der Temperatur und des pH-Werts des Weins geschehen.

Nicht alle Weine können einer malolaktischen Gärung unterzogen werden. Einige Weinstile, wie beispielsweise frische, spritzige Weissweine oder bestimmte Schaumweine, sollen eine höhere Säure aufweisen und daher wird bei deren Herstellung der Säureabbau vermieden.

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Grundsätzlich ist der Säureabbau ein wichtiger Prozess bei der Weinherstellung, der zur Geschmacksentwicklung und Stabilisierung des Weins beiträgt. Er kann den Charakter des Weins verändern und ihm eine angenehme Geschmacksbalance verleihen. Die Kontrolle über den Säureabbau ermöglicht es dabei den Winzern, den gewünschten Stil und die gewünschte Qualität des Weins zu erreichen.

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