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Foltern der Reben

Die Reben im Wallis wachsen im Mai rasant. Überzählige Triebe werden entfernt, so entsteht das Foltern der Reben.
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Diego Mathier

6. Januar 2025 - 7 min Lesezeit

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Rebstöcke nach dem Schnitt, Zweige sorgfältig entfernt, um das Wachstum zu lenken

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Mai wachsen die Reben in Walliser Weinbergen bis zu 1 Meter in 30 Tagen.
  • Überzählige Triebe werden durch «Foltern» (Abdrücken) entfernt, was die Fruchtqualität erhöht.
  • Ziel: Optimales Gleichgewicht, gesunde Trauben und Regulierung der Erntemenge.
  • «Foltern» beugt schwachen Trieben («Kümmerschosse») und Wasserschossen vor.
  • Ein ausgeglichenes Rebstockwachstum fördert hochwertigen, gesunden Wein.

Warum werden die Reben im Mai gefoltert?

Was bedeutet Foltern?

Im Mai wachsen die Triebe der Rebstöcke in den Walliser Weinbergen rasant, bis zu 1 Meter in 30 Tagen. Frühzeitig werden überzählige Triebe durch Abdrücken sorgfältig und mit viel Erfahrung entfernt. Durch das Abdrücken wird die Pflanze verletzt und es entstehen Narben. Deshalb nennt man diesen Vorgang «Foltern». Die Reben sind in dieser Phase sehr fragil.

Rebstöcke nach dem Schnitt, Zweige sorgfältig entfernt, um das Wachstum zu lenken

Warum wird gefoltert?

Durch das Abdrücken der überzähligen Triebe wird die Fruchtmenge der Rebe auf den Hauptschoss konzentriert. Dadurch wird die Qualität der Früchte gesteigert und es erfolgt gleichzeitig eine erste Ernteregulierung.

Nahaufnahme eines Zweigs mit Knospen vor unscharfem Hintergrund

Dabei werden folgende Ziele verfolgt:

  • Gleichgewicht der Rebe und gesunde Rebstöcke
  • Gesunde Trauben für späteren Qualitätswein
  • Regulierung der Erntemenge
  • Entlastung des Rebstockes nach Hagel oder Kälteeinbrüchen

Die Rebarbeiten im Mai haben gesunde Trauben bester Qualität, viel Sonnenschein und gute Durchlüftung zum Ziel. Im Weiteren sind sie unabdingbar für einen gesunden Stockaufbau und die Förderung des Gleichgewichts des Rebstockes.

Weinberg mit Rebstöcken, die auf Holzgestellen gezogen werden, um Sonne und Luft optimal zu nutzen

Ist der Stock unterfordert, so spriessen aus älterem Holz, zum Beispiel aus dem Stamm, so genannte Wasserschosse. Bei einer Überforderung bleiben einige Schosse im Wachstum zurück, diese Kümmerschosse zehren an den Reserven und bringen weder Ertrag noch Qualität. Entstehen weder Kümmerschosse noch Wasserschosse und deckt sich die Zahl der im Frühjahr angeschnittenen mit den im Herbst ausgereiften Ruten, ist die Rebe im Gleichgewicht.

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